Energetische Nachhaltigkeit: Energiesparend leben bedeutet gleichzeitig Umwelt und Klima schützen

Klimaschutz – ich mache mit! Diesem Grundsatz folgend versuchen die Klimaschützer möglichst viele Menschen zum Umdenken zu bewegen. Durch zielgerichtete Aufklärungsarbeit, nutzerorientiere Informationswiedergabe und mediales Engagement im Bereich Umwelt- und Klimaschutz soll dieses Ziel erreicht werden. Als Marketing und Social Media Managerin der Kampagne unterstützt Katharina Kavermann von den Klimaschützern  dieses Vorhaben. Ein Gastartikel.

Jeder kann etwas zum Klimaschutz beitragen und die als klein anmutenden Schritte sind meist die effektivsten. So verhält es sich auch mit dem Thema Energie sparen. Viele glauben mit stromsparenden Maßnahmen nur ihr eigenes Portemonnaie zu schonen. Doch stehen sich Geldsparen und Umweltschutz nicht im Wege: Energiesparen ist nicht nur gut für die Haushaltskasse, sondern fördert auch den nachhaltigen Umgang mit endlichen Ressourcen, spart unnötige Abgase ein und unterstützt dadurch den Schutz von Umwelt und Klima.

Weniger verbrauchte Energie bedeutet weniger Co2-Ausstoß

Beispielsweise verhindert jede eingesparte Kilowattstunde Strom den Ausstoß von zusätzlichem CO2. Kohlenstoffdioxid (CO2) steht mit anderen Treibhausgasen im Verdacht den globalen Klimawandel zu beschleunigen und zur Erwärmung unseres Planten beizutragen. Jede Einsparung dieses Gases fördert also zeitgleich den Klimaschutz. Bereits eine eingesparte Kilowattstunde Strom kann ca. 590 Gramm Kohlendioxid einsparen. Bezieht man nun für den eigenen Haushalt auch noch Ökostrom mit ein, ist der Klimaschutzeffekt gleich noch höher: Die aus herkömmlichem Strommix bezogene Kilowattstunde Strom verursacht wie bereits erwähnt 590 Gramm CO2. Demgegenüber verursacht eine Kilowattstunde Strom, die aus erneuerbaren Energien gewonnen wird, bloß 40 Gramm CO2.

Maßnahmen durch die Politik sind wichtig, doch reicht die flächendeckende Einführung der Energieeffizienzklassen aus?

Auch die Regierungen haben den Zusammenhang von Energiesparen und Umweltschutz erkannt und arbeiten mit Reformierungen und Richtlinien für Elektrogeräte an der Verbesserung unserer Energiebilanz. Letzte EU-Reformen verdeutlichen diese Entwicklungen: Nur noch Energiesparlampen sind in der EU erlaubt und immer mehr Geräte haben eine Energieeffizienzklassen-Kennzeichnungspflicht. Die zukünftige deutsche Bundesregierung plant ebenso weitere Verbote für energiefressende Geräte und darüber hinaus ist der Ausbau derzeitiger Maßnahmen zur deutschlandweiten Energieeinsparung in Planung.

Leider fehlen jedoch in den derzeitigen Bestrebungen konkrete Zahlen für zukünftige Energieeffizienzziele. Im Jahr 2011 einigte sich die Regierung noch darauf, dass bis 2020 der deutsche Energieverbrauch um 20% bis zum Jahr 2050 sogar um 50% sinken sollte. Diese ehrgeizigen Ziele sind bei den bisherigen Koalitionsverhandlungen leider nicht mehr zu hören. Interessant ist in diesem Bereich jedoch die Planung eines Effizienzfonds, der ärmere Haushalte beim Beschaffen energieeffizienterer Geräte finanziell unterstützen soll.

Verbraucher kennen die häuslichen Stromfresser nicht

Gerade diese Neuerung könnte für viele Bundesbürger und unsere Umwelt eine wahrliche Verbesserung sein, denn jede Kilowattstunde eingesparter Strom ist eine Kosten- und CO2-Ersparnis. Dennoch sehen viele Bürger diesen Effekt nicht und scheuen sich vor der Anschaffung neuer Geräte, da sie bloß die Kosten für die Neuanschaffung sehen.  So lässt sich von den EU-zertifizierten Label zwar ablesen, welches Gerät am wenigsten Strom verbraucht – die beste Klasse ist momentan A+++  – doch handfeste Statistiken sind vielen Verbrauchern nicht bekannt: Es fehlt also quasi die direkte Aufschlüsselung der Kostenersparnis. Hinzu kommt das Unwissen über den eigenen Stromverbrauch im Haushalt: Beinahe die Hälfte aller Deutschen wissen nicht, wo im Haushalt am meisten Strom verbraucht wird. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der  Deutschen Energie-Agentur GmbH aus dem Jahr 2013. So wissen viele nicht, dass am meisten Energie neben Heizung und Warmwasseraufbereitung, vor allem Kühlschrank, Gefrierfach, Waschmaschine, Wäschetrockner und Multimediageräte verbrauchen.

Hier liegt viel Energiesparpotential

Diesem Unwissen entgegenwirkend, sollen folgende Offenlegungen von Energieverbrauch und möglicher -ersparnis als erste Orientierungshilfe dienen und darüber hinaus den Zusammenhang von Stromersparnis und Klimaschutz aufzeigen:

1. Beim Austausch eines Kühlschranks der Klasse D durch einen neuen effizienteren Kühlschrank der Klasse A++  kann man jährlich bereits 400 Kilowattstunden Strom einsparen – auf CO2 Emissionen gerechnet, spart man bereits 250 Kilogramm ein. Ähnliche Rechnungen gehen auch mit Waschmaschinen und Trocknern auf: Auch wenn Neugeräte ca. 350-400 Euro in der Anschaffung kosten, ist dieser Geldaufwand meist nach 4 Jahren Betrieb wieder herein geholt: Eine Einsparung von ca. 400 Kilowattstunden bedeutet in Euro gerechnet eine Ersparnis von 90 Euro jährlich.

2. Auch andere einfache Maßnahmen können wahre Energiesparwunder sein: Beispielsweise spart man beim täglichen Wasserkochen bis zu 200 Kilowattstunden Strom, wenn man zum Topf auf dem Herd einen passenden Deckel verwendet. Das sind immerhin über 100 Kilogramm CO2 Emissionen pro Jahr. Ähnliche Effekte können mit dem direkten Warmwasseranschluss von Waschmaschine und Spülmaschine bewirkt werden: Sind die Geräte direkt an Warmwasser angeschlossen, kann man pro Waschgang bis zu 25% Energie einsparen.

3. Auch Beleuchtungen bietet großes Sparpotential: Setzt man konsequent auf Energiesparlampen oder LED-Lampen, kann man im Bereich Beleuchtung bis zu 4/5 des ursprünglichen Energieaufwands einsparen. Eine Beispielrechnung: Ersetzt man in einer Wohnung 10 Glühbirnen durch energieeffiziente Sparbirnen, zahlt man jährlich 127 Euro weniger für Strom und spart darüber hinaus über 300 Kilogramm CO2 Emissionen ein.

Bereits diese wenigen Punkte verdeutlichen, wie wichtig und vor allem auch effektiv Energiesparen ist. Dabei ist die Steigerung der eigenen Energieeffizienz bereits mit kleinen Schritten zu erreichen: Eine Kilowattstunde Strom ist schnell gespart und liefert durch die CO2 Ersparnis einen effektiven Beitrag zum Umwelt- und Klimaschutz. Sofern man also Umwelt und Klima schonen und darüber hinaus auch noch Geld sparen möchte, sollte man den eigenen Energieverbrauch überdenken und effizienter gestalten.

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