Auf der Suche nach den hausinternen Energiefressern: Fakten rund um Kühlschränke

In Deutschland gibt es in über 98 % der Haushalte einen Kühlschrank1. Das ist zunächst wenig verwunderlich, schließlich bieten Kühlschränke die Grundlage für jedmögliche Lebensmittellagerung und –Kühlung. Durch ständige Verbesserungen bei Verfahren, welche die Haltbarkeit von Lebensmitteln immer mehr erhöhen, ist es mithilfe eines Kühlschrankes heutzutage problemlos möglich für mehrere Wochen Essen und Trinken einzukaufen und bequem in der Küche zu lagern.

Im Hinblick auf den Energieverbrauch bereitet der Kühlschrank dem Verbraucher jedoch ein ungutes Gefühl. Denn der klassische Kühlschrank ist durch genau durch diese Aufgabe ein Kandidat, der – im Gegensatz zu den meisten anderen Haushaltsgeräten – eine lückenlose Stromversorgung benötigt. Dadurch verbraucht er ständig und ununterbrochen Energie, was dazu führt, dass er mit 12 % (ohne Gefrieren) des Gesamtstromverbrauchs in Haushalten² zu den sogenannten „Stromfressern“ gezählt werden kann. Gemessen am Gesamtstromverbrauch, verbrauchen alle Kühlschränke in deutschen Haushalt pro Jahr etwa 20 Terawattstunden an Strom³ – was etwa der jährlichen Stromleistung von zwei großen Atomkraftwerken entspricht.

Man kann sich also gut vorstellen, dass sich ein alter Kühlschrank jedes Jahr deutlich in der Stromrechnung bemerkbar macht. Höchste Zeit also sich über energieeffizientere und stromsparendere Geräte Gedanken zu machen! Durch die Einführung der EU-weiten Energielabels4 ist es heutzutage deutlich einfacher echte Stromfresser schnell zu erkennen. Dabei gilt es jedoch zu beachten, dass die Energielabels nie etwas über den absoluten Stromverbrauch sagen, sondern auf Basis von verschiedenen Variablen (bei Kühlschränken wäre das das Volumen des gekühlten Raumes) abhängig vom Stromverbrauch eine Energieeffizenz-Klasse beschreiben. Durch die steigende Effizienz der Geräte, wurden bereits schon öfter neue Energieklassen eingeführt. Zuletzt wurde von der EU 2011 das Label A+++ bei Kühlschränken vorgestellt, welche bis zu 81 % weniger Strom verbrauchen als sehr alte Geräte (siehe Tabelle).

Energieklasse

Energieklasse Kühl- & Gefriergeräte und ihre mögliche Einsparung

zu Klasse A zu Klasse B zu Klasse C zu Klasse D
A+++

62%

71%

78%

81%

A++

43%

57%

67%

73%

A+

23%

42%

55%

63%

A

24%

42%

52%

B

24%

37%

C

17%

 

Ein Beispiel:

Ein durchschnittlicher Kühlschrank der Klasse A mit 150 Liter Fassungsvermögen verbraucht etwa 300 Kilowattstunden (kWh) pro Jahr. Bei einem durchschnittlichen Strompreis von 25,89 Cent pro kWh für deutsche Haushalte im Jahr 20125 wären das über 77 € Stromkosten pro Kühlschrank. Ein energieeffizienterer Kühlschrank mit gleichem Volumen der Klasse A+++ würde jedoch nur ca. 110 kWh verbrauchen, was 2012 durchschnittlich unter 30 € an Stromkosten entsprechen würde. Eine Ersparnis also von über 45 € – und das innerhalb eines Jahres. Da ein Ende der steigenden Strompreise für die nächste Zeit leider nicht in Sicht ist, wird der Einspareffekt von Jahr zu Jahr größer werden.

Somit lohnt sich die Anschaffung eines energieeffizienten Kühlschranks bereits heute. Aber energieeffiziente Kühlschränke schonen nicht nur Geldbeutel und Umwelt, sondern reduzieren auch die Arbeit der Pflege und Wartung. Denn immer mehr Geräte werden mit der Funktion des automatischen Abtauens ausgestattet. In diesem Prozess wird verhindert, dass sich bei Vorhandensein eines Gefrierfaches eine Eisschicht bildet, durch welche die kalte Luft schwerer an ihr Ziel gelangt. Dadurch müsste die Wärmepumpe mehr Leistung aufbringen, was in einem höheren Stromverbrauch resultieren würde. Daher wird das regelmäßige Abtauen von Gefriertruhen von Experten mindestens einmal pro Halbjahr empfohlen. Moderne Kühl-Gefrier-Kombinationen besitzen dabei ein integriertes Abtausystem, bei dem automatisch immer wieder im Hintergrund ein bisschen Eis abgetaut wird. Das Schmelzwasser wird dann durch ein Rohr meist an die Hinterseite des Kühlschranks transportiert und landet in einer Art Auffangbecken, wo es durch die Abwärme der Wärmepumpe nach und nach verdunstet.

Ein Umstieg auf ein neueres Gerät ist also aus mehreren Gründen sinnvoll, gerade wenn man ein sehr altes Gerät im Haushalt in Verwendung hat. Viele Verbraucher denken bei hohen Stromrechnungen oftmals zuerst an einen Wechsel des Energieversorgers, dabei ist es wesentlich effizienter die eigentlichen, großen Energieverbraucher (wie den Kühlschrank) zunächst unter die Lupe zu nehmen. Vergleichbar ist es etwa wie mit dem Autofahren: Wer die Spritkosten schnell reduzieren möchte, sollte nicht zunächst zehn Tankstellen gegeneinander vergleichen, sondern primär seinen Fahrstil und den Verbrauch des Autos überprüfen, oftmals liegt nämlich genau dort das langfristige Kostenproblem.

Verweise

[1] – http://www.umweltbewusst-heizen.de/Strom/Stromverbrauch/Haushaltsgeraete/Haushaltsgeraete-pro-Haushalt.html

[2] – http://www.energieagentur.nrw.de/_database/_data/datainfopool/erhebung_wo_bleibt_der_strom.pdf

[3] – https://www.destatis.de/DE/PresseService/Presse/Pressemitteilungen/2012/12/PD12_451_85.html

[4] – http://de.wikipedia.org/wiki/Energieverbrauchskennzeichnung

[5] –  https://www.bdew.de/internet.nsf/id/123176ABDD9ECE5DC1257AA20040E368/$file/121026_BDEW_Strompreisanalyse_Oktober%202012_Update_26.10.2012.pdf

 

Mehr Infos zum Thema Kühlschränke gibt’s hier:

Stromfresser Kühlschrank: Tipps zum Energiesparen

Kaufratgeber Kühlschrank

Energiesparen im Haushalt: Was kann ich sparen?

Ein Kommentar

  1. Guter Vergleich mit dem Auto fahren. Ich staune vor allem, dass es große A+++ Kühlschränke mit nur ca. 110 kWh pro gibt. Dachte Minikühlschränke wären deutlich stromsparender, doch die kommen auch selten auf solche Werte wie 110kw pro Jahr. Der Bomann KB 389 hat mit 36 Litern Volumen trotzdem noch 84kw und das bei der Energieeffizienz von A++! Scheinbar sind die kleinen nicht wirklich stromsparender.

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