Strompreise vergleichen – Sparpotenzial oder nicht?

Durch die EEG Umlage und die steigenden Rohstoffkosten macht sich die Inflation des Strompreises mittlerweile deutlich bemerkbar. Wie wir in unserem Blogbeitrag zur Strompreisentwicklung bereits geschildert haben, hat sich der Strompreis seit 2000 mehr als verdoppelt. Die unglaubliche Aufwärts-Spirale liegt zu einem großen Teil, vor allem in den letzten Jahren, an den unaufhörlich steigenden Steuern und Umlagen.

Exkurs: Stromsteuern

Vor allem in den letzten 3 Jahren ist die Steuer zu einer zunehmenden Belastung geworden. Mehr als 50% des aktuellen Strompreises bestehet mittlerweile aus Umlagen und Steuern. Die Zusammensetzung des Strompreises spricht hier eine klare Sprache und wirft die berechtigte Frage auf, ob ein Strompreisvergleich (Bspw. http://www.lingodeal.de/strompreisvergleich-stromrechner) wirklich effektiv sein kann. Denn, so wird argumentiert, die relative Höhe der Steuer bleibt immer gleich. Aber gerade diese relative Beziehung der Steuer zum Grundpreis macht das Thema so interessant und einen Vergleich effektiv.

Strompreis – Eine Rechnung

Um zu zeigen, wie viel bares Geld am Ende bei einem ausführlichen Preisvergleich gespart werden kann, müssen wir uns im Klaren darüber werden, dass eine Einsparung nur in absoluten Werten interessant ist. 50% Weniger zahlen hört sich gut an, bringt uns nur wenig, wenn die absolute Einsparung 50 Eurocent Pro Jahr beträgt.

Die Entscheidung, die absolute Größe Einsparpotenzial zu betrachten ist essentiell für die nachstehende Berechnung.

Die 50,4% anteiligen Umlagen und Steuern werden in ihrer absoluten Höhe auf den Grundpreis berechnet und sind eine relative Größe. Eine Senkung des Grundpreises kann so zu einer erheblichen Einsparung beim Gesamtpreis führen. Um das zu verdeutlichen ein Beispiel:

Der Grundpreis für den Strom setzt sich zusammen aus Kosten für die Erzeugung, Transport und Vertrieb. Der dadurch entstehende Preis wird durch den Staat besteuert. Diese Steuer reicht der Energieversorger ungefiltert an den Endverbraucher weiter. In Deutschland besteht der Steuer- und Abgabeanteil aus:

– Konzessionsabgaben
– Stromsteuer
– KWK Umlage
– EEG Umlage
– Stromnetzentgeldverordnung
– Umsatzsteuer
– Offshore Umlage

Diese Steuern und Umlagen machen ca. 50,4% des Strompreises aus. Als Berechnungsgrundlage dient uns ein 2-Personen-Haushalt mit einem jährlichen Stromverbrauch in Höhe von 3250 kWh.

Dieser Haushalt bezieht Strom für 14 Eurocent pro kWh reine Stromkosten. Das bedeutet:

0,14 € * 3250 = 455 € reine Stromkosten.

Die Steuern haben einen zusätzlichen Anteil von 50,4%. Die dadurch entstehenden tatsächlichen Kosten liegen somit bei:

455€ / 0,496 = 917,34 € pro Jahr.

Senkung der Kosten durch einen Strompreisvergleich:

Wenn der o.g. Haushalt durch einen Preisvergleich einen Tarif oder Anbieter findet, der den Grundpreis um 1 Eurocent senkt, entsteht durch die anteilige Steuer ein überproportionales Einsparpotenzial:

0,13 €* 3250 = 422,5 € reine Stromkosten

Daraus folgt (s.o.):

422,5 € / 0,496 =852,81 € pro Jahr

Die Senkung des Grundpreises um nur 1 Eurocent führt zu einer Einsparung in Höhe von ungefähr 65 Euro pro Jahr.

Dieses extreme Verhältnis ist als Ausdruck der extremen Belastung des Strompreises durch den Fiskus zu verstehen. Und gleichzeitig als ein Warnsignal.

3 Kommentare

  1. Pingback: Stromanbieter - Seite 2

  2. Ich danke Ihnen für den interessanten Artikel. Ich finde dass es sich lohnt jedes Jahr einen Stromanbietervergleich zu machen. Man sollte natürlich auf seriösen Seiten vergleichen.

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