Recycling von Photovoltaik- & Solaranlagen

In Deutschland gibt es immer mehr Solar- und Photovoltaikanlagen. So machte der Photovoltaikanteil der Bruttostromgewinnung in Deutschland 2011 mit 19,3 Terawattstunden (= 19,3 Milliarden kWh) immerhin knapp über 3,1 % aus [1]. Mit schätzungsweise über eine Million Photovoltaikanlagen in Deutschland, sind die dunklen Energieerzeuger auf immer mehr Dächern und in Solarparks zu finden. Solche Solaranlagen haben den tollen Vorteil, dass sie nur einmal installiert werden müssen und anschließend über mehrere Jahre saubere Energie liefern. Sie benötigen dafür nichts als Sonnenlicht und das hat den Vorteil, dass es eine Ressource ist, die so schnell nicht erschöpfen wird. Gut, man muss gestehen, dass es in Deutschland jetzt nicht überdurchschnittlich viel Sonnenschein gibt, aber dennoch wurde letztes Jahr der Rekord geknackt und die Leistung von 20 Atomkraftwerken mit 22 Gigawattstunden durch Solarenergiegewinnung an einem Tag erreicht [2]. Der Solartrend in Deutschland hat also zumindest bei der Energieerzeugung eine positive Entwicklung, wobei man nicht zu optimistisch sein darf. Denn die Konkurrenzprodukte aus China schwappen immer mehr nach Europa über und auch innerhalb von Deutschland gibt es viel unstabile Faktoren für die Zukunft, wie etwa die (gekürzte) Förderung der Stromgewinnung durch Photovoltaikanlagen oder die Rolle der Solarbranche in der geplanten Energiewende.

Über die wichtige Bedeutung von Photovoltaik- und Solaranlagen und von coolen Blogs, die über alles Wichtige und Neue zu diesen Themen schreiben, sprachen wir in neulich in einem anderen Blog-Beitrag, heute wollen wir uns aber mit dem Thema des Solar Recyclings beschäftigen. Die Energiegewinnung aus Solarpanels ist zwar eine nachhaltige und hervorragende Chance die Energieprobleme der Zukunft zu lösen, aber was passiert mit Modulen, die irgendwann nicht mehr funktionieren? Sind die nicht voller giftiger Chemikalien, die die Umwelt belasten und ein umweltfreundliches Recycling faktisch ausschließen?

Nicht ganz. Denn seit August 2012 gibt es eine EU-weite Richtlinie, die die Hersteller von Solarmodulen verpflichtet durch Überschreitung der Lebensdauer kaputte oder allgemein beschädigte Module kostenlos zurückzunehmen und nach Vorschrift zu recyceln. Diese sogenannte „Waste Electrical and Electronical Equipment“ (WEEE) Richtlinie soll dafür sorgen, dass wertvolle Materialien und Rohstoffe durch Wiederverwertbarkeit mehrmals genutzt werden können und gleichzeitig die Hersteller nachhaltigere und umweltfreundlichere Produktionsprozesse entwickeln, da sie im Endeffekt ihr eigenes Produkt wieder recyceln müssen. Somit wird es für umweltfreundlichere Solarmodulhersteller attraktiver, da sie bei Weitem nicht so hohe Entsorgungskosten haben wie ein vergleichbarer Hersteller, der auf wesentlich mehr Chemie und Giftstoffe bei der Produktion setzt. Für die Besitzer von Solaranlagen bedeutet diese Richtlinie, dass sie nicht viel Geld für Recyclingkosten bezahlen müssen, sondern es gibt bestimmte Sammelstellen oder Abholservices je nach Anbieter, die sich um die nicht mehr brauchbaren Module kümmern. Ein praktischer Nutzen für Kunden und Umwelt, da sich die Hersteller mit dem anschließenden Recycling ihrer Produkte selbst darum kümmern müssen. Jeder Solaranlagenanbieter muss somit eine eigene Möglichkeit des Recyclingvorgangs zur Verfügung stellen oder muss Informationen zu bestimmten und zertifizierten Sammelstellen liefern, die der Solaranlagenbesitzer ansteuern kann.

Glücklicherweise gibt es bereits ein sehr gutes Schaubild, das den (mehrmaligen) Lebensweg eines Solarmoduls gut beschreibt und informativ darstellt, hier findet ihr alle wichtigen Fakten rund um das Thema Recycling von Solaranlagen:

Recyclingkreislauf einer Solaranlage

Wie man dem Schaubild entnehmen kann, werden beim Photovoltaik Recycling nur etwa fünf Prozent des Materials von Rahmen, Elektronik und Metall des Solarmoduls entsorgt, der Großteil wird recycelt und ist für die Produktion neuer Module wiederverwendbar. Bei Glas und Halbleitern ist sogar eine fast 100%ige Wiederverwertbarkeit vorhanden. Somit sind Solar- und Photovoltaikanlagen keinesfalls Giftschleudern, sondern bieten über ihre lange Lebensdauer von mehreren Jahrzehnten hinaus eine umweltfreundliche und effiziente Wiederverwendung des Großteils der Teile. Dabei darf natürlich nicht vergessen werden, dass über all die Nutzungsjahre täglich aktiv Energie gewonnen wird und das auf eine Weise wie es noch in hunderten von Jahren möglich sein wird. Solaranlagen bieten also über ihr Leben hinaus viel Potenzial um die Nachhaltigkeit der Stromgewinnung zu verbessern und durch effizientes Recycling die Umwelt zu verschonen.

Quellen:
[1] http://www.bmwi.de/DE/Themen/Energie/Energiedaten/gesamtausgabe.html
[2] http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/rekord-in-deutschland-solarzellen-liefern-so-viel-strom-wie-atomkraftwerke-1.1367646

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