Die Strompreisentwicklung in Deutschland – eine steigende Belastung

Heute widmen wir uns einem Thema mit – im wahrsten Sinne des Wortes – steigender Bedeutung: Den Strompreisen. Wer hat es beim Jahreswechsel nicht mitgekriegt und sich gefreut als man merkte, dass die EEG Umlage steigen wird und generell die Strompreise mal wieder – Tendenz steigend – erhöhen werden? Und wer hat den mit vollem Verständnis akzeptiert, dass die Industrie größtenteils einen wesentlich niedrigeren Teil eben dieser EEG Umlage bezahlen muss als der Rest von uns – die Haushalte? Die Strompreiszusammensetzung wird für die Verbraucher immer undurchsichtiger, oder kennen Sie die §19 Umlage? Nein? Was ist mit der Offshore-Umlage, wissen Sie was mit den 0,25 Cent passiert, die Sie ab 2013 pro Kilowattstunde für diese Abgabe mitbezahlen müssen? Vielleicht haben Sie ja auch wie ich die Kolumne von Harald Martenstein aus der Zeit neulich gelesen und waren ähnlich verwirrt über die jüngste Entwicklung der Stromsteuern. Bei all den Unklarheiten gibt es eine Ausnahme die allen klar zu sein scheint: Dass die Strompreise steigen.

Wie man unschwer erkennen kann, ist der Trend der Grafik eindeutig. Während der Strompreis im Jahr 2000 noch 13,94 Cent pro Kilowattstunde betrug und einen Anteil an Abgaben und Umlagen von 38,1 % hatte, besteht nun mit 50,4 % in 2013 mehr als die Hälfte des Strompreises aus Steuern und Umlagen. Es ist daher zu erwarten, dass der Bruttostrompreis für 2013 auf 28,50 Cent pro Kilowattstunde steigen wird. Und das, obwohl mehr Strom exportiert statt importiert wird [2].

Ein 2-Personen Haushalt benötigt pro Jahr etwa 3250 kWh an Strom [3], im Jahr 2000 hätte er dafür durchschnittlich 453 € bezahlt, im Jahre 2012 lag seine Stromrechnung jedoch bei ca. 841 €, 2013 wird sie wohl bei 926 € liegen – das ist mehr als doppelt so teuer als im Jahr 2000. Bei einem 6-Personen Haushalt wären es zwischen 2000 (917 €) und 2013 (1875 €) fast 1000 € Unterschied.strompreisentwicklung deutschland

Strom sparen wird immer interessanter

So schwer man sich auch gegen die hohen Strompreise verteidigen kann, so leicht kann heutzutage jeder Haushalt sehr schnell sehr viel Strom sparen. Auch wenn der Stromverbrauch in deutschen Haushalten nur etwa 22,6 % des Gesamtenergieverbrauchs ausmacht [4], so hat man dennoch in diesem Viertel viel Einsparpotenzial. Moderne LED Lampen helfen den Stromverbrauch für Beleuchtung drastisch zu reduzieren, da sie bis zu 90 % der Energie einsparen, die eine vergleichbare Glühbirne verbraucht. Somit haben sich die nach wie vor als sehr teuer empfundenen Einkaufspreise der LEDs oftmals nach ein bis zwei Jahren wieder amortisiert, aufgrund ihrer sehr langen Lebensdauer lohnt es sich aber dennoch, da moderne LEDs bis zu 50 x so lange halten wie die gute alte Glühbirne.
Haushaltsgeräte sind die größten Stromfresser in deutschen Haushalten, mit über 45 % des Gesamtstromverbrauchs sind sie oft verantwortlich für frustrierend hohe Stromrechnungen. Dazu zählen vor allem veraltete Kühlschränke und andere Küchengeräte wie Herde oder Öfen. Diese haben in den letzten Jahrzehnten ihre Energieeffizienz extrem verbessert, aber in vielen Haushalten sind sie oft mehr als 10 Jahre alt und da beispielsweise gerade ein Kühlschrank 24 Stunden 7 Tage die Woche in der Regel in Betrieb ist, findet man hier die wahren Energieschleudern.
Wer mehr zum Thema Strom sparen wissen möchte, findet hier weitere Infos, Tipps & Tricks auf unseren Ratgeber- und Infoseiten.

Die andere wirksame Möglichkeit um die eigene Stromrechnung zu reduzieren ist ein Stromanbieterwechsel. Viele Tarifanbieter erhöhen ihre Preise mehr als notwendig und ohne Grund und nutzen somit oftmals die Unwissenheit einiger Verbraucher aus. Dabei lohnt sich die Suche nach einem günstigeren Anbieter, da so pro Jahr bis zu 100 € gespart werden können, da die Preise oftmals sehr schwanken und so vergleichsweise relativ simpel hohe Kosten vermieden werden können. Nützliche Infos zum Tarifwechsel von Stromanbietern finden sie auf yellostrom.de.

Mehr Infos gibt’s hier:

Strompreise vergleichen – Sparpotenzial oder nicht?

Deutschland sucht das Next Top EEG

Zahl der Stromabschaltungen steigt erschreckend an

 

 

Quellen:

[1] https://www.bdew.de/internet.nsf/id/123176ABDD9ECE5DC1257AA20040E368/$file/Strompreisanalyse _Jan2013.pdf

[2] http://www.energieagentur.nrw.de/_database/_data/datainfopool/erhebung_wo_bleibt_der_strom.pdf

[3] http://www.ag-energiebilanzen.de/componenten/download.php?filedata=1363872550.pdf&filename=AGEB_Jahresbericht2012_20130321.pdf&mimetype=application/pdf

[4] https://www.destatis.de/DE/PresseService/Presse/Pressemitteilungen/2012/12/PD12_451_85pdf.pdf

7 Kommentare

  1. „Haushaltsgeräte sind die größten Stromfresser in deutschen Haushalten, mit über 45 % des Gesamtstromverbrauchs sind sie oft verantwortlich für frustrierend hohe Stromrechnungen. Dazu zählen vor allem veraltete Kühlschränke und andere Küchengeräte wie Herde oder Öfen. Diese haben in den letzten Jahrzehnten ihre Energieeffizienz extrem verbessert, aber in vielen Haushalten sind sie oft mehr als 10 Jahre alt und da beispielsweise gerade ein Kühlschrank 24 Stunden 7 Tage die Woche in der Regel in Betrieb ist, findet man hier die wahren Energieschleudern.“

    Was oder besser wie viel wird bei einem noch funktionsfähigen Kühlschrank gegenüber einem „neuen energiesparenden Kühlschrank“ überhaupt eingespart ? Dabei interessiert mich weniger was das in Euro und Cent ausmacht, sondern die energetische Bilanz (energetische Amortisation).

    Doch da es auch ums Geld geht, wie lange dauert es die Neuanschaffung über die eingesparte el. Arbeit (finanzielle Amortisation) ?

    Gleiches gilt selbstverständlich auch für jedes andere Gerät, welche lediglich zur „Einsparung“ (Geld und el. Arbeit) gegen ein entsprechend neues Gerät ausgetauscht werden soll.

    Sicher auch steigende Stromkosten verändern die finanzielle Amortisation. Dagegen bleibt die energetische Amortisation gleich. Bei Geräten welche nur vergleichsweise kurzzeitig in Betrieb sind, dürfte diese Bilanz noch „verheerender“ sein. In jedem Fall lohnt es sich bei voll funktionsfähigen Geräten entweder den Verbrauch zu berechnen oder besser zu messen. Bei Kühlschränken ist auch der Aufstellungsort mitverantwortlich für den tatsächlichen Verbrauch.

    Übrigens, ein Kühlschrank, der „24 Stunden 7 Tage die Woche in der Regel in Betrieb ist“ 😆 muss ausgetauscht werden – weil der kaputt ist oder die Tür stets offen ist ! 24 h x 7 Tage x 52,xx = 8.760h würde bei 90 W, pro Jahr stolze 788,4 kWh auf der Rechnung stehen.

    Verbrauchsmessung über ein zwei Tage und normaler Umgebungstemperatur geben ein klares Bild ob das Teil tatsächlich ausgetauscht werden muss. Wer noch ein Gerät mit Kühlzone und Gefrierabteil mit nur einem Kompressor hat, der über die Lampe eingeschaltet wird – kein Witz ! – sollte bei einem Neuen die Mehrkosten für zwei getrennte Kompressoren akzeptieren oder gleich auf das Gefrierteil verzichten.

    Wer im eigenen Haus wohnt, kann bereits durch den Standort des Geräts an einem möglichst kühlen Raum die Jahresrechnung beeinflussen – selbst Zusatzdämmung kann bei alten Geräten die ansonsten voll funktionsfähig sind „A+++“ bewirken – ohne Neukauf – nur mal so als Anregung….

    Das regelmäßige Ablesen des Zählerstands und der Vergleich mit früheren Zeiträumen schafft das notwendige Bewusstsein und negiert das „Überraschungsmoment“ am finalen Zahltag

  2. Mit einem Wechsel von einem etwa 12 Jahre alten Kühlschrank (300 Liter) zu einem der aktuell besten Energieeffizienzklasse A+++ kann man etwa 90 Euro pro Jahr sparen. Bei Anschaffungskosten ab 600 Euro für einen Kühlschrank dieser Klasse amortisiert sich die Neuanschaffung nach etwa 6,5 Jahren. Wenn man aktuell einen funktionierenden A+ Kühlschrank gegen ein A+++ Gerät austauscht sind die Einsparungen deutlich geringer und liegen bei etwa 15 Euro im Jahr.

  3. Die EEG-Reform wird am 1. August in Kraft treten, eine Senkung der Energiepreise ist aber nicht zu erwarten.

    Der Präsident des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft Johannes Kempmann kündigt an, die Kosten (etwa 25 Milliarden Euro) für den Netzausbau und Reservekraftwerke an die Verbraucher weiterzureichen.

    Auch der Vorsitzende der Kommission zur Energiewende, Andreas Löschel, ist überzeugt, dass die EEG-Umlage in fünf Jahren um weitere 2 Cent steigen wird.

    Und die Firma Energy Brainpool hat die Auswirkungen der EEG-Reform 2014 auf die Börsenstrompreise untersucht und prognostiziert einen durchschnittlich 3 Prozent stärkeren Anstieg der Preise als ohne Gesetzesänderung.

  4. Schon klar die erzielbare finanzielle Seite der „Medaille“

    Doch wie sicher sind Sie sich darüber, wann ein noch voll funktionsfähiges Gerät, verschrottet (wenn es gut geht auch recycled) werden soll ? Nun ich hab mir diese PDF (Links scheinen ja hier unerwünscht – bzw. man merkt erst nach dem Abschicken ob es funktioniert hat ein klarer Hinweis wäre wünschenswert) : „Ökobilanz Kombi-Kühlschrank Electrolux ERB3105“ der S.A.F.E. Schweizerische Agentur für Energieeffizienz, Bundesamt für Energie (BFE) von 2005 „heruntergeladen“.

    Das Papier befasst sich auf 27 Seiten ausgiebig mit der „Ökobilanz“ und berücksichtigt dabei auch unterschiedliche Strommix – Szenarien. Erstaunliche 20 bis 60 % für „Herstellung & Distribution“. Wobei die Schweizer auch „Ökologische Knappheit“ der verwendeten Materialien berücksichtigen. Diese dürfte sich seit dieser Zeit weiter verschärft haben. Am Ende empfehlen sie „Für die Frage des rechtzeitigen Ersatzes sind für Geräte der Energieeffizienzklasse A+ und A++ relativ genaue Ökobilanzinformationen zu deren Herstellung erforderlich“.

    Es wäre für mich „wünschenswert, wenn für jedes Gerät wenigstens über eine Datenbank erkennbar wäre, wie viel Energie zu seiner Herstellung und der „Distribution“ nach D erforderlich waren. Genau wie bei allen dieser Aktionen bleibt auch bei einer übereilten „Verschrottungsaktion“ die Umwelt auf der Strecke. „Wir“, schlimmer, unsere Nachkommen werden das noch sehr unangenehm berührt feststellen müssen.

    Hier das PDF : http://www.esu-services.ch/fileadmin/download/steiner-2005-Kuehlschrank_Graue_Energie_1.0.pdf Wie komplex das Ganze ist, kann jeder der sich die Zeit dafür nimmt, auf dem WIKI „Life Cycle Assessment (LCA, deutsch Lebenszyklusanalyse, auch bekannt als Ökobilanz)“ nachvollziehen.

  5. @Linda Marie Holm

    Wie kommen „die“ eigentlich zu diesen Schlüssen ? 2013 hat sich die EEG-Auszahlungssumme von 18,85 Milliarden €uro gegenüber der von 2012 (19,12 Milliarden €uro) um immerhin 270 Millionen €uro verringert. Sicher, keiner weiß ob und wie viel zusätzliche Auszahlungen für 2013 noch nicht erfasste EE Anlagen hinzukommen. Aber bevor sich das erhöht, stehen sozusagen -270 Millionen €uro erst mal als „Puffer“dagegen. In höchstens 6 Jahren fällt der Betrag aus 2000 = 860 Millionen €uro aus der Rechnung, weil für diese Verträge die Laufzeit in 2020 endet.

    Ich habe mir die Mühe gemacht dies mal darzustellen : http://ccworms-2.de/viewtopic.php?f=98&t=117#p400

    Mit „Was ist wohl der „ehrliche“ Strompreis ? Oder wer belastet den Basispreis am stärksten ?“ : http://ccworms-2.de/viewtopic.php?f=56&t=126 habe ich durch Zerlegung in alle Einzelteile versucht „sichtbar zu machen“ welche „Belastungen – für die „nicht privilegierten“ Strombezieher in D“ so entstehen und welche davon direkt mit den EE zu tun haben. Alle Details habe ich leider nur für 2013. Einige Preisbestandteile für 2014 fehlen leider noch Haben sich doch die „§19 Umlage“ für 2014 verringert, dafür gibt es nun 2014 eine „Abschalt-Umlage“.

    Für 1.000 kWh 2013 bezahlte der nicht privilegierten“ Strombezieher in D“ Brutto 287,91 € davon waren 30,77 € (10,69%) echte Kosten für EE, 86,72 € (30,12%) davon waren es NICHT ! „Wir“ 😯 also der Staat haben davon über Steuern, MwSt. = 45,97 € „eingenommen“…………

  6. „Strom sparen wird immer interessanter“

    ja, denn das schein auch die einzige Möglichkeit zu sein, noch selbst etwas zu unternehmen, wenn man schon günstigen Strom bezieht. Dass das neue EEG den Strompreisanstieg stoppt, glaube ich persönlich ja nicht. Aber da steh ich mit meiner Vermutung auch nicht alleine da. Yougov hat dazu eine Umfrage gemacht (http://relinx.de/ygov6xt) und über 80 Prozent glauben da auch nicht dran. Fragt man sich doch, warum das gemacht wurde. Also ich taue jetzt vor dem Urlaub noch meinen Kühlschrank ab!

  7. Lieber Rainer, da stimmen wir zu, eine entsprechende Kennzeichnung oder Übersicht über die jeweilige Energie-Intensivität der Kühlschrankherstellung wäre sehr hilfreich bei der Auswahl, da die Kühlschränke teilweise sehr unterschiedlich hergestellt werden und somit stark unterschiedliche Ökobilanzen aufweisen. Ebenfalls interessant ist, dass der Zeitpunkt, ab dem sich ein neuer Kühlschrank für die Umwelt rentiert auch abhängig ist vom verwendeten Strommix.

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