Energie sparen mit moderner IT?

Geht es um das Thema Energie sparen im Alltag, denkt man meistens sofort an Heizung, Lampen oder Elektroautos. Und zugegeben: Das sind auch bereits drei der „big points“ beim Thema Ressourcen schonen und Umwelt schützen. Und sie spielen sicherlich eine wichtigere Rolle beim Einsparen von Strom als zum Beispiel ein Laptop. Aber da in der heutigen Zeit jeder der z.B. diesen Blogeintrag liest schon automatisch auf jeden Fall ein internetfähiges Endgerät besitzt – und sehr vermutlich nicht nur eines – und es noch viele Millionen weitere Nutzer von IT gibt, gilt es diesem Thema auch etwas Aufmerksamkeit zu widmen. Deshalb ist es auch notwendig, sich mit Energie sparen im Bereich von Computern, Handies und Smartphones – um nur ein paar Gerätetypen zu nennen – auseinanderzusetzen. Wir haben www.pcgreen.de ja schon öfter vorgestellt. Als kleiner Bruder von Grünspar, werden wir versuchen diesem Thema in Zukunft ein bisschen mehr Aufmerksamkeit und Liebe zu schenken.

Energie sparen meets Information Technology

Jedoch ist IT nicht gleich IT. Während sich Laptops aufgrund der erwünschten Mobilität zwar einerseits durch die immer besser werden Akkus und aber andererseits auch vor allem durch den sparsameren und energieeffizienteren Stromverbrauch immer mehr verbessern und immer weniger Energie benötigen und dadurch wesentliche längere Laufzeiten ohne Strom haben, ist dies bei statischen IT Geräten wie etwa größeren Servern (spricht man von der Hardware auch „Host“ genannt) noch nicht ganz so der Fall. Hier gibt es immer noch wahre Energiefresser und das Problem hierbei ist, dass im Gegensatz zu einem Laptop, ein Server in der Regel 24 Stunden am Tag 7 Tage die Woche in Betrieb ist. Solche Hosts bzw. Server sind sehr vielseitig verwendbar und für einige Unternehmen unerlässlich, da sie oft als Programme einen Dienst anbieten (Service), welcher von den Kunden (Client) genutzt wird.

NAS  – eine bessere Alternative für viele Zwecke

Eine Alternative zu Servern ist der sogenannte Network Attached Storage (NAS). Anders als bei gängigen Servern, bieten die NAS Geräte „nur“ Speicherplatz für Computer-Netzwerke, was aber oftmals der entscheidende Grund für einen Serverkauf ist. Es handelt sich aber dabei nicht um Datenträger, die direkt in einem verwendeten Computer eingebaut sind (wie z.B. interne Festplatten) und meistens nur den Computernutzern selbst zur Verfügung stehen (Direct Attached Storage), sondern um ein Speichermedium, das  über ein Netzwerk Speicher für alle Teilnehmer eines Computersystems zur Verfügung stellt. Dies ist vor allem dort wichtig, wo möglichst viele Personen möglichst schnell auf unkompliziertem Weg auf Daten oder elektronische Informationen zugreifen müssen. So wird die gemeinsame Datennutzung und –Verwendung wesentlich vereinfacht, oftmals sogar erst ermöglicht. Der NAS funktioniert somit wie eine Festplatte auf die über LAN oder WLAN jederzeit zugegriffen werden kann. Zudem ist er meistens einfacher zu bedienen und verbraucht deutlich weniger Strom als ein Home-Server, bietet dafür aber keine Softwareerweiterbarkeit und kann nicht als vollwertiges Betriebssystem oder Router verwendet werden. Dennoch kann somit ein kleinerer NAS die wesentlich besser Alternative darstellen, gerade in kleineren Betrieben oder Einrichtungen.

Da beim Network Attached Storage aber wie bei den meisten Servern ein Zugriff rund um die Uhr gegeben sein muss, muss dieser logischerweise ständig eingeschaltet sein. Durch diesen ununterbrochenen Stromverbrauch ist es nicht unerheblich wie viel Strom ein solcher NAS Server im Vergleich zu einem Home-Server verbraucht und deswegen sollte die Energieeffizienz eines solchen Gerätes beim Kauf mit in Betracht gezogen werden.

Zur Verdeutlichung vergleichen wir zum Abschluss mit einer Beispielrechnung einen durchschnittlichen Server (Acer AC100 Micro Server), einem durchschnittlichen NAS-System (Buffalo LS- Duo). Es sollte erwähnt werden, dass dies nur ein Beispiel ist, es gibt sicherlich in beiden Kategorien noch viele weitere Modelle, bei denen der Stromverbrauch sehr stark variieren kann. Zur Vergleichbarkeit haben wir beide Modelle mit 8 Terabyte berechnet, hier das Ergebnis:

Produkt HP MicroServ N40L 1x4GB no HDD (mit 8 TB gerechnet) Buffalo LinkStation Duo NAS-System mit Festplatte 8 TB
Leistungsaufnahme Ø 46 Watt, max. 57 Watt Ø 26 Watt
Stromverbrauch pro Stunde Ø  0,046 kWh Ø 0,026 kWh
Stromverbrauch im Jahr (bei 24/7 Betrieb) Ø 403 kWh Ø 228 kWh
Stromkosten pro Jahr (bei Ø 20 cent/kWh laut Bundesumweltamt) Ø 80,60 € Ø 45,60 €

 

Wie man deutlich erkennen kann, spart man bei einem NAS System auf das ganze Jahr gerechnet bereits 35 € allein an Stromkosten, hier ist der viel günstigere Anschaffungspreis gar nicht berücksichtig. Wenn deswegen primär eine Speichererweiterung notwendig ist, lohnt es sich also über Serveralternativen nachzudenken

Wer mehr zu NAS Servern erfahren möchte, findet hier energiesparende NAS Server im Test.

 

4 Kommentare

  1. Ein guter Tipp Ohne Internet geht es Heute nicht mehr. Aber beim Kauf sollte man auf den Strom Verbrauch achten.
    Vergleichbar wie bei anderen Haushalts Geräten sollte man Auf die Energieeffizienz in der Klasse A oder A+ oder besser Achten!
    Mit sonnigen Grüßen Solarstrom Simon

  2. Wichtig ist Energiesparen auf jeden Fall. Gerade beim Computer läuft er den ganzen Tag nebenbei ohne dass man ihn wirklich braucht. Habe mir angewöhnt, statt Musik auf dem Laptop lieber ein kleines Radio anzuhaben, wenn ich den Rechner sonst nicht brauche. Außerdem nehme ich beim Laptop eine schaltbare Steckdose. Sonst zieht das Netzteil auch dann Strom, wenn der Laptop eigentlich aus ist.

  3. Auch bei NAS-Systemen gibt es beim Energieverbrauch deutliche Unterschiede. Einige Hersteller nutzen günstigere Prozessoren für ihre Geräte, um den Verkaufspreis gering zu halten.
    Der Stromverbrauch aktueller NAS-Server liegt im Durchschnitt laut http://www.nasserver.info/nas-stromverbrauch-vergleich/ zwischen 15 und 44 Watt.
    Je nach Anwendungsfall benötigt das Gerät mehr oder weniger Leistung – gerade beim Streaming von HD-Video im lokalen Netzwerk ist neben dem Prozessor und der Festplatte auch die Netzwerkverbindung ständig aktiv, der Energiebedarf ist da sehr hoch.
    Zum Sparen muss man also den Anwendungsfall kennen, damit man dafür das richtige Modell wählen kann.

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