Stiftung Warentest zeigt Stromsparpotenzial im Haushalt auf

In den Medien kann man in den letzten Monaten viel über die stark steigenden Strompreise lesen. Die EEG-Umlage sollte inzwischen den meisten Lesern ein Begriff sein und auch den Namen unseres Bundesumweltministers Peter Altmaier ist selbst unpolitischen Menschen geläufig. Dieser hat zum Beispiel vor Kurzem verkündet, die EEG-Umlage zu deckeln, da diese durch verschiedene Faktoren zu stark nach oben getrieben werde.

Wie man steigenden Strompreisen aber entgegenwirken kann, wird nur in einem Bruchteil dieser Berichte erwähnt. Am häufigsten findet man noch den Tipp des Anbieterwechsels. Ein Preisvergleich der Stromanbieter kann im Jahr sicherlich einige Hundert Euro sparen, aber am besten ist es immer noch, wenn direkt weniger Strom verbraucht wird.

Diese Meinung vertritt auch Stiftung Warentest in seiner Februarausgabe. In dieser Ausgabe beschäftigt sich die Prüfgesellschaft mit verschiedenen Möglichkeiten im Haushalt Strom zu sparen und gibt die jeweilige Ersparnis in Euro pro Jahr an. Bei den Berechnungen ist man jeweils von einem durchschnittlichen Vierpersonenhaushalt und einem Strompreis von 27 Cent pro Kilowattstunde ausgegangen.

Stromsparen bei Dusche und Heizung

Beim Duschen denken viele erst einmal an das Wassersparen. Grundsätzlich auch richtig, allerdings ist es nur das Sparen von Warmwasser sinnvoll. Denn für die Erhitzung des Wassers wird Strom benötigt und verbraucht. Eine genaue Duschzeit hat Stiftung Warentest in seinem Test zwar nicht angegeben, aber sie gehen von ca. 1000 Duschvorgängen pro Jahr aus und errechnen so Stromkosten von 635 Euro. Diese können durch die Verwendung eines Sparduschkopfs und dem Abstellen des Wassers beim Einseifen auf rund 210 Euro im Jahr gesenkt werden. Dies entspricht einer Ersparniseffizienz von 66%.

Wer im Winter friert, sollte nicht auf einen elektronischen Heizlüfter setzen, sondern seine Zentralheizung optimieren. Was die Prüfgesellschaft genau unter „optimierte Zentralheizung“ versteht, wird nicht genauer erklärt, aber Heizkörperthermostate zum Beispiel lassen die Heizung wesentlich effizienter heizen. So errechnet sich eine Ersparnis von 200 Euro im Jahr bzw. eine prozentuale Veränderung von 74%. Weitere Tipps zum richtigen Heizen gibt’s auf Erdgasfuchs.de.

Multimediaelektronik bietet weiteres Sparpotenzial

Die meisten Menschen haben ihren Röhrenfernseher inzwischen gegen ein neues, flacheres Modell ausgetauscht. Sicherlich hat der überwiegende Teil dabei den Unterhaltungswert eines HD-Fernsehers im Auge, aber neben der besseren Bildqualität bieten die neueren Fernsehgeräte auch einen geringeren Stromverbrauch. So können noch einmal bis zu 32 Euro im Jahr gespart werden.

Auch der Wechsel vom Desktopcomputer zum Notebook ist für viele ein technischer Schritt. Allerdings spart auch dieser Austausch fast 30 Euro im Jahr ein.

Durch die Verwendung eines Multifunktionsrouters, welcher Router, DSL-Modem, Telefon, Anrufbeantworter und Fax in einem ist, können jährlich 36 Euro an Stromkosten gespart werden.

Stromfresser sollten ausgetauscht werden

Der Kühlschrank ist in vielen Haushalten 24 Stunden am Tag und 7 Tage in der Woche in Betrieb. Da ist es wichtig, dass das Gerät möglichst wenig Strom verbraucht. Durch den Austausch einer alten Kühl-Gefrier-Kombination (Effizienzklasse B) gegen eine Neue (Effizienzklasse A+++) können jährlich bis zu 65 Euro gespart werden.

Auch ältere Wäschetrockner verrichten ihre Arbeit meistens nicht nur ziemlich laut, sondern verbrauchen dabei auch übermäßig viel Strom. Hier kann der Wechsel zu einem neuen Gerät bis zu 86 Euro im Jahr sparen.

Das größte, meist noch ungenutzte Stromsparpotenzial liegt aber im Bereich des künstlichen Lichts. Denn sobald es draußen dunkel wird, werden in den Haushalten die Lampen angeschaltet und erst beim schlafen gehen wieder ausgeknipst. Der Stromverbrauch von alten Glühlampen ist dabei sehr hoch, weshalb diese gegen Sparlampen ausgetauscht werden sollten. Vor einigen Jahren wurden da besonders Energiesparlampen angepriesen, inzwischen sollte man aber eher auf LED Lampen setzen, da diese noch effizienter sind. So ist ein Einsparpotenzial von über 200 Euro im Jahr möglich.

Die Stiftung Warentest bezieht sich in ihrem Bericht also besonders auf den Neukauf von Elektrogeräten. Sicherlich entsteht dafür am Anfang eine Investition, welche sich allerdings im Laufe der Nutzungsdauer vollständig amortisiert und weiteres Geld einspart.

Ein Kommentar

  1. Stromsparpotential besteht in jedem Hausgerät. Nehmen wir als Beispiel die neuesten Modelle im Bereich Staubsauger. Auf Teppichböden werden Staubsauger in ihrer Leistungsstärke besonders stark beansprucht. Ein Staubsauger mit 1,5 kW/h, der durchschnittlich 1 Stunde am Tag läuft, erzeugt Kosten, bei der eine kW/h rund 30 Cent Kostet. Wie sich die Kosten dann ausfallen, wenn für spezielle Staubsaugermodelle (z.B. für Tierhaare) zusätzliche Düsen, Zusatzgeräte oder andere nützliche Accessoires gekauft werden, lässt sich eher von Fall zu Fall stark differenzieren. Ich nutze derzeit ein Bosch Modell und halte auch im eShop hier regelmäßig Ausschau nach Haushaltsprodukten, die aber keine Auswirkungen auf mögliche erhöhte Kosten haben.

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