Heatball

Nun möchten wir ein durchaus interessantes Produkt vorstellen: Den Heatball – ein Kleinheizelement. Da das Heizen mit Öl, Gas oder Holz jedoch sehr viel effizienter und damit grünsparender ist, sehen wir von der Aufnahme dieses Produktes in unsere Shop ab.


(Direktlink zum Video)

3 Kommentare

  1. Ich finde es leider VÖLLIG DANEBEN, daß der sogenannte „Heatball“ gerade hier in einem ÖKOLOGISCH orientierten Blog als „durchaus interessantes Produkt“ vorgestellt wird – wenn auch mit anschließender Einschränkung – und nicht als das, was es TATSÄCHLICH ist:

    1. Der Vertreiber bezeichnet es selber als „Aktionskunst“, u.a. gedacht für Ausstellungen in Museen und Galerien, und als „Widerstand gegen unverhältnismäßige, undemokratische und die Bürger entmündigende EU-Verordnungen“ (siehe Heatball-Homepage) – und hat damit auf clevere Weise ein großes Medienecho provoziert (FAZ, Zeit, Spiegel, Die Welt usw., und auch international, sowie TV-Nachrichten, u.a. ZDF-„Heute“).
    Ursprünglich gab es nur eine Startauflage von 4.000 Stück, nach Ausverkauf innerhalb weniger Tage wurden 40.000 Stück nachbestellt – obwohl der Heatball laut Homepage niemals ein „Geschäftsmodell“ war. 😉

    2. Obendrein zum zweifelhaften Zweck handelt es sich meiner Meinung nach um Abzocke: 1,69 €/Stück abzüglich „30 Cent Spende für ein Regenwald-Schutzprojekt“ ist absolut überteuert für eine simple 75- oder 100-Watt-Glühbirne, die ansonsten in der EU gar nicht mehr absetzbar, also wertlos wäre!

    3. Es handelt sich um kein fortschrittliches und sinnvolles Produkt, auch wenn der Vertreiber es auf der Homepage als „Die beste Erfindung seit der Glühbirne!“ bezeichnet, mit einem Wirkungsgrad von 95% = Energieeffizienzklasse A, einfach in Umkehrung der Glühbirnen-Angaben! Stattdessen sind es technisch längst veraltete Produkte, die lediglich umbeschriftet und umetikettiert wurden, um das EU-Glühlampenverbot auszutricksen.
    Und es wird wohl auch kaum ein Verbraucher diese tatsächlich als „Kleinheizelemente“ einsetzen, sondern zur Beleuchtung – einfach aus alter Gewohnheit, und weil man das Licht der Energiesparlampen „nicht mag“. Das erinnert doch sehr daran, daß damals bei der Einführung von bleifreiem Benzin viele Autofahrer grundlos skeptisch waren …

    4. Für den augenzwinkernd angegebenen Verwendungszweck „Kleinheizelement“ ist das Ding völlig UNSINNIG wegen der punktförmigen Wärmeerzeugung – normalerweise in einer Lampenfassung unter der Zimmerdecke, wohin die Wärme ohnehin aufsteigt – und wegen der geringen Lebensdauer von üblicherweise nur 1.000 Stunden (= 41,7 Tage bei Dauerbetrieb). Einen elektrischen Toaster würde doch auch niemand zur Raumheizung einsetzen, oder gar als Lampe verkaufen …
    Siehe auch die Berechnung im 1. Abschnitt der Diskussion zum Wikipedia-Artikel:
    http://de.wikipedia.org/wiki/Diskussion:Heatball
    Die Ökobilanz des Heatballs verschlimmert sich noch weiter, wenn man berücksichtigt, daß die Ware per Flugzeug (!) aus China importiert wurde! Dies ergibt sich daraus, daß die o.g. Nachbestellung vom Zollamt des Flughafens Köln/Bonn zurückgehalten wurde. – Hoffentlich wird die Ware vernichtet, und nicht außerhalb der EU verkauft!

    FAZIT: Man mag ja gerne die EU-Regelungswut generell kritisieren, oder konkret das Zustandekommen des Glühlampenverbots, sich dabei auf die grundgesetzliche Meinungs- und Kunstfreiheit berufen, und die Energiesparlampen bezüglich Lichtspektrum, Quecksilbergehalt und angeblich unzureichender Entsorgung bemängeln. Es spricht ja nichts dagegen, die Energiesparlampen und auch die LED-Lampen weiterzuentwickeln … Aber schon jetzt sind sie in der Gesamtbilanz wesentlich besser als die Glühlampen.
    Daher sollte Grünspar seiner Orientierung entsprechend unbedingt die Darstellung des „Projekts Heatball“ ändern, und es als Satire und kuriose Einzelmeinung kennzeichnen, statt als „durchaus interessantes Produkt“!

  2. Hallo Ralf,

    natürlich triffst du mit deinen Aussagen zum Heatball genau unsere Meinung!

    Mit der Gewissheit, dass der Verkauf von Glühbirnen, auch unter anderem Namen sehr bald verboten wird, stellen wir hier dieses „Satire-Produkt“ vor, weil es sehr anschaulich zeigt, wie unsinnig die Nutzung von Glühbirnen ist und dass technisch gesehen die Lichtproduktion ein reiner Nebeneffekt ist. Dieser Fall deckt aber auch auf, wie lückenhaft die Klimaschutz-Vorgaben der EU sind: bei der Beleuchtung gibt es klare Vorgaben. Als Heizung kann jedoch anscheinend alles verkauft werden was irgendwie warm wird, egal mit wie viel Energieeinsatz………

  3. http://www.ngz-online.de/panorama/deutschland/Politiker-wollen-Energiesparlampe-verbannen_aid_945183.html

    Der Heatball-Vertreiber wird sich die Hände reiben und frohlocken …
    Das Umweltbundesamt (UBA) warnt vor Gesundheitsrisiken durch Energiesparlampen (ESL) durch das enthaltene Quecksilber – bei dem Versuch wurde jedoch ein „Worst-Case-Szenario“ angenommen (Bruch, z.B. im Kinderzimmer). Aber bei normalem Alltagsgebrauch hält auch das UBA das Bruchrisiko für „eher gering“ (außerdem gibt es ja ESL mit bruchsicherer Kunststoffhülle in Birnenform) und beurteilt das Glühlampenverbot als nach wie vor generell richtig.
    Einzelne EU-Palamentarier (Herbert Reul, CDU, und Silvana Koch-Mehrin, FDP, Vizepräsidentin des EU-Parlaments) nehmen jetzt eine sehr eigenwillige Uminterpretation der UBA-Warnung vor, indem sie die EU-Kommission auffordern, das Glühlampenverbot „unverzüglich außer Kraft zu setzen“. Angesichts der nachgewiesenen Gesundheitsgefahren durch ESL müsse die Produktsicherheit und die Gesundheit der Verbraucher oberste Priorität haben. Der EU-Parlamentarier Reul warf Brüssel vor, dass es mit dem Glühlampenverbot „getrieben vom Klimaschutzwahn Symbolpolitik betrieben hat, die weder dem Klimaschutz noch der Gesundheit der Menschen dient“.

    In meinen Augen kann man darüber einfach nur ungläubig den Kopf schütteln angesichts der eindeutig positiven Gesamtbilanz der ESL gegenüber der Glühlampe. Und noch weiter treiben es die Leserbriefschreiber zu obigem Zeitungsartikel, indem sie überholte Vorurteile gegen ESL wiederkäuen, pauschalisieren, statt zu differenzieren nach unterschiedlichen Qualitäten der ESL und teils unpassenden Verwendungen (Treppenhaus, Bewegungsmelder), und sogar Verschwörungstheorien äußern, die EU wolle Lobbyinteressen bedienen, zunächst den ESL-Herstellern für ein paar Jahre Profite zu verschaffen, um später eine erneute Umstellung auf LED-Lampen zu erzwingen! Es sei gar kontraproduktiv, zu viel Strom zu sparen, da dann die Stromproduzenten wegen ihrer Profite die Stromtarife enorm erhöhen würden …
    Gegen soviel geballte Ignoranz würde es vermutlich auch nicht helfen, mal darauf hinzuweisen, die im Zeitungsartikel sehr wohl vorhandenen Relativierungen sowie die Hinweise in den dort verlinkten Artikeln OBJEKTIV zur Kenntnis zu nehmen!

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