grünes Unternehmen werden

Fünf einfache Schritte zum „grüneren“ Unternehmen

Albert Einstein sagte einmal: „Eine neue Art von Denken ist notwendig, wenn die Menschheit weiterleben will.“ Und er hatte Recht! Das haben auch Unternehmen erkannt, sei es von selbst oder durch strengere Umweltauflagen. Sie legen immer mehr Wert auf Nachhaltigkeit, denn das die Ressourcen knapp werden, kann nicht einfach ignoriert werden. Doch wie wirtschaftet man umweltbewusst? Und wie kann man zur Erhaltung der Natur beitragen? Nicht jede E-Mail ausdrucken und nur grünen Strom beziehen sind ein Anfang.

1. Der nachhaltige Bürostuhl

Man kann jedoch schon bei der Einrichtung der Büroräume darauf achten, nachhaltige Produkte zu kaufen. Beispielsweise gibt es Bürostühle, bei denen der Materialverbrauch, die Gestaltung sowie die Verwendung nachhaltig gelöst sind. So wird beim „umweltbewussten Stuhl“ versucht, so wenig wie möglich Material zu verwenden. Schrauben werden durch ein Steck- und Einhaksystem überflüssig und statt Kunststoff wird Aluminium benutzt, da das Metall in den Verwertungskreislauf zurückgeführt werden kann. Kunststoff besteht zu 99 Prozent aus Erdöl, ersetzt werden kann es ganz einfach durch Pappe, Papier, Holz oder Filz. Achten sollte man auf ein zeitloses Design, schließlich soll so ein langlebiges Produkt auch noch nach ein paar Jahren gefallen. Was für den Bürostuhl gilt, gilt natürlich auch für alle anderen Büromöbel.

2. Umweltbewusstes Drucken

„Bitte denken Sie, bevor Sie diese E-Mail ausdrucken, an die Umwelt.“ – Diesen Satz hat wohl jeder schon einmal gelesen. Etliche Angestellte, vor allem großer Unternehmen, machen sich leider keine Gedanken über den Papierverbrauch am Arbeitsplatz, bezahlt diesen doch die Firma. Zudem ist es unmöglich komplett darauf zu verzichten, E-Mails zu drucken. Was kann man also ausgleichend tun, um nachhaltiger zu agieren? Eventuell werden es die meisten ahnen: Beim Drucken gibt es viele Ansatzpunkte. Zum einen ist es möglich auf Biofarben umzusteigen. Diese werden aus pflanzlichen Ölen und Harzen hergestellt und basieren nicht wie gewöhnliche Druckfarben auf Mineralölbasis. Vereinfacht wird dadurch auch das De-inking (entfärben) von bedrucktem Papier, um es zu recyceln. Zusätzlich sollten die Pigmente nicht künstlichen, sondern organischen Ursprungs sein. Achtgeben kann man auf das verwendete Papier. Vom FSC oder Blauen Engel gibt es zertifizierte Recycling-Papiere, die den Baumbestand schonen, da sie aus Altpapier gewonnen werden. Außerdem spart das recycelte Papier Energie und Frischwasser ein. Nicht vergessen sollte man bei einem „grünen“ Druckprozess Ökostrom zu nutzen. Das heißt, man bezieht Strom aus erneuerbaren Energien wie Wind-, Wasserkraft oder Solarenergie. Doch es liegt ganz klar auf der Hand: die beste Ökobilanz erreicht man, wenn man gar nicht druckt.

3. Geschäftsreisen im Sinne der Umwelt

Unternehmen können Emissionen, die schädlich für das Klima sind, in vielen Bereichen reduzieren. Es lohnt sich für sie, dabei den Fokus unter anderem auf Geschäftsreisen zu legen, da gerade diese für viele zum Alltag gehören. Schließlich gab es im Jahr 2010 insgesamt 8,1 Millionen Geschäftsreisende und 154,8 Millionen Geschäftsreisen innerhalb Deutschlands mit Ausgaben in Höhe von 43,5 Milliarden Euro. Um Reisen zu vermeiden, kann man alternativ auf Telefon-, Video- oder Webkonferenzen ausweichen. Weiterhin kann man durch eine günstige Lage des Unternehmensstandortes Reisen vermeiden. Sollten Unternehmer allerdings doch einmal einen weiteren Weg zurücklegen müssen, lohnt es sich, mehrere Reisen zu verbinden. Dass vorrangig öffentliche Verkehrsmittel anstatt des Dienstwagens genutzt werden sollten, versteht sich dabei von selbst. Ebenso wie die Tatsache, dass Flugreisen weitaus belastender für die Umwelt sind als Bahnreisen. Wer aber dennoch nicht auf Flüge verzichten kann, der sollte darüber nachdenken, das ausgeschüttete CO2 zu kompensieren. Möglich macht dies etwa Atmosfair. Mit Sicherheit können viele Reisen, die im Auftrag von Firmen erfolgen, im Sinne der Nachhaltigkeit optimiert werden. Sinnvoll ist es, ein nachhaltiges Travel Management zu etablieren, bevor gesetzliche Vorgaben das Verhalten vorschreiben. Der Übergang ist fließender, es zeugt von Verantwortungsbewusstsein und man beweist ein Gespür für die Zukunft.

4. Auf LED umrüsten

Elektrisches Licht wird im Alltag einfach immer genutzt, ob bei der Leselampe, dem Kronleuchter, der Taschenlampe oder weihnachtlichen Lichterketten am Tannenbaum. Erstaunlicherweise verbraucht die Beleuchtung aber nur etwa 11 Prozent des Stroms. Jedoch kann man an keiner anderen Stelle den Verbrauch so einfach halbieren. Helfen können dabei Lichtemittierende Dioden (LED). Diese bestehen aus einem Halbleiter und sind äußerst langlebig. Weiterer starker Vorteil ist, dass sie nur etwa 15 Prozent der Energie einer Glühbirne brauchen und die größte Lichtausbeute (mehr Helligkeit bei gleicher Leistung) vorweisen können. Doch rentiert sich der Aufwand einer Umrüstung wirklich? Beantworten kann man das mit einem ganz klaren Ja – es lohnt sich sowohl energetisch als auch finanziell für Unternehmen, denn LEDs sind zwar im Anschaffungspreis teurer, machen sich aber nach etwa 200 Betriebsstunden wieder bezahlt. Tests ergaben, dass sie über 6000 Stunden funktionsfähig bleiben und sie beliebig oft an- und ausgeschaltet werden können, da sich ihre Lebensdauer dadurch nicht verkürzt.

5. Klimafreundlicher Versand von Paketen

Wussten Sie, dass die Logistikindustrie zurzeit etwa 13 Prozent der weltweiten emittierten Treibhausgase verursacht? Aufgrund dessen ermöglichen es mehrere Versandanbieter mittlerweile Produkte und Waren klimafreundlich zu versenden. Das bedeutet, im Rahmen eines Klimaschutzprogramms werden entstehende Treibhausgasemissionen nach einem zertifizierten Verfahren ermittelt. Dabei berücksichtigt werden sowohl CO2, das bei Transport und Handel entsteht, als auch andere Treibhausgase, die z.B. bei vorherigen Produktionsprozessen freigesetzt werden. Dann werden beispielsweise in Übereinstimmung mit den Zielen und Vorgaben des Kyoto-Protokolls diese Emissionen im Nachhinein durch Klimaschutzprojekte ausgeglichen. Die Kosten werden dabei direkt an den Kunden weitergegeben. Jeder Unternehmer sollte sich also überlegen, beim Versand von Produkten auf diese ausgleichende und umweltbewusste Variante umzusteigen.

Nachhaltigkeit: Mehr als nur eine Werbestrategie

Verbraucher sind sich ihrer Macht heutzutage bewusst. So konsumieren sie gezielt nach ihren persönlichen sowie moralischen Werten und verpassen Unternehmen, die umweltschädlich handeln, einen Denkzettel. Ein bekanntes Beispiel ist der Boykott von Shell-Tankstellen im Zuge der Brent Spar-Affäre. Gerade durch dieses immer stärker werdende Bewusstsein in der Bevölkerung lohnt es sich für Unternehmen, nachhaltiger zu agieren und darauf zu achten, jeden einzelnen Mitarbeiter zum umweltbewussten Handeln zu schulen und  zu motivieren – denn Umweltschutz fängt im Kleinen an.

_____________________________________

Johanna Kanngießer ist Kommunikationsmanagerin bei repetbags.de. Sie ist studierte Kommunikationswissenschaftlerin mit Hang zur Nachhaltigkeit. Bei rePETbag versucht sie der Umwelt nicht noch mehr Plastiktüten auszusetzen und das Bewusstsein der Menschen im Umgang mit Kunststoffen zu schärfen. Auf Grünspar gibt sie Tipps für eine grünere Unternehmensführung.

 

Mehr zum Thema Nachhaltigkeit

Nachhaltige Ideen für die nächste Gartenparty

15 ultimative Tipps zum Müll vermeiden

Heizkosten sparen im großen Stil

 

Kommentar schreiben

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

eMail-Benachrichtigung bei weiteren Kommentaren.
Auch möglich: Abo ohne Kommentar.