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Deutschland sucht das Next Top EEG

Die Community der Energieblogger, zu der auch wir gehören, sucht in ihrer aktuellen Kampagne Germany’s Next Top EEG einen durchdachten Reformvorschlag zum aktuellen Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG), der es schafft die Energiewende denzentral und bürgernah zu organisieren. Diskutiert und durchleuchtet werden sollen zahlreiche, unterschiedliche Reformvorschläge für das EEG, das aktuell massiv in der Kritik steht auf Grund der hohen Rabatte für Unternehmen.

Eine Übersicht über alle von den Energiebloggern untersuchten Reformvorschläge gibt es hier.

Allgemeine Informationen zum Reformvorschlag

Konzeptname: Was am EEG geändert werden soll
Erscheinungsdatum: Juni 2013
Von: Solarenergie-Förderverein Deutschland e.V. (SFV)
– Autorin: Dipl.-Ing. Susanne Jung
Link zur Studie:
http://www.sfv.de/artikel/was_am_eeg_geaendert_werden_soll.htm

Die wichtigsten Punkte des Reformvorschlages auf einen Blick

1.     „Die garantierte Einspeisevergütung für Solarstrom beibehalten.“

Begründung des SFV: Seit den Änderungen am EEG im Jahre 2012 gibt es die Eigenverbrauchsvergütung für Anlagenbetreiber nicht mehr. Stattdessen wurden unter dem Namen „Marktintegrationsmodell“ Zwangsmittel zu mehr Eigenverbrauch eingeführt. Ab sofort werden nur noch 90% der eingespeisten Strommenge vergütet. Diese Regelung betrifft vor allem kleinere bis mittlere Anlagen und führt dazu, dass eine Solaranlage zunehmend zu einem Investitionsrisiko wird.

2.       „Die Vorrangregelung der Erneuerbaren beibehalten.“

Begründung des SFV: Seit 2012 besteht keine Vorrangregelung für die Einspeisung von Erneuerbaren Energien mehr. Dies bedeutet, dass Netzbetreiber an ihr Netz angeschlossene Erneuerbare-Energien-Anlagen abregeln können. Die Folge ist, dass Anlagenbetreiber Ertragseinbußen hinnehmen müssen, oft ohne Begründung der Netzbetreiber. Der SFV fordert deshalb zum einen, den umfassenden Ausbau von Speichermöglichkeiten, damit Anlagenbetreiber ihren Strom zu einem späteren Zeitpunkt einspeisen können, zum anderen müssen die Betreiber der Solaranlagen für entgangene Stromerträge entschädigt werden. Letztendlich soll auch eine umfassende Informationspolitik von Seiten der Netzbetreiber für mehr Transparenz sorgen.

3.       „Keine technischen Einrichtungen zum Einspeisemanagement mehr zu Lasten des Anlagenbetreibers.“

Begründung des SFV: Bei der Installation einer Solaranlage müssen von der Regierung festgelegte technische Standards erfüllt werden, damit die Einspeisung in das Netz geregelt werden kann. Für die Kosten kommt derzeit der Anlagenbetreiber auf. Der SFV fordert dies zu ändern, da für den reibungslosen Netzbetrieb nicht der Anlagenbetreiber verantwortlich ist, sondern der Netzbetreiber. Zudem sieht der SFV die bisherige Regelung, bei Nichterfüllung dieser technischen Anforderungen keine Vergütung zu zahlen, obwohl Strom eingespeist wird, als gesetzeswidrig an.

4.       „Ausnahmeregelung für stromintensive Unternehmen beenden.“

Begründung des SFV: Viele stromintensive Unternehmen zahlen keine EEG-Umlage, sie sind durch Sonderregelungen davon befreit. Der SFV ist der Meinung, dass die Ausnahmeregelungen die Energiewende behindern. Sie sorgen dafür, dass gerade die größten Stromkonsumenten in Deutschland nicht auf Energieeffizienz achten müssen und sich nicht an dem Ausbau der Erneuerbaren Energien beteiligen.

5.       „Veröffentlichung der EGG-Umlage auf den Stromrechnungen nur im Zusammenhang mit der Entwicklung der Börsenpreise.“

Begründung des SFV: Welchen Anteil die EEG-Umlage am Strompreis ausmacht steht auf jeder Stromrechnung, dies ist Pflicht. Die Folge ist, dass in den Medien oft nur das EEG für die steigenden Strompreise verantwortlich gemacht wird. Der SFV fordert mehr Transparenz bezüglich der Strompreise und möchte deshalb, dass auch die aktuellen Börsenpreise von Strom veröffentlicht werden. Wenn es Strompreissenkungen auf dem Markt gibt, so der SFV, wird „diese Preissenkung von den meisten Endkundenversorgern nicht an die Endkunden weitergegeben“.

6.       „Förderung der Stromerzeugung aus nachwachsenden Rohstoffen beenden.“

Begründung des SFV: Die Stromerzeugung durch Biomasse ist in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen. Der SFV sieht hierin eine bedenkliche Entwicklung, da in Biogasanlagen und Blockheizkraftwerken nachwachsende Rohstoffe verbraucht werden, die dadurch in der Nahrungs- und Futtermittelproduktion fehlen. Es gibt also eine Nutzflächenkonkurrenz zwischen Biomasse für Nahrung und Biomasse für Energie.

 

Die Übersichts-Check-Box

FragebogenGermanysNextTopEEG

Fazit

Das Konzept des Solarenergie-Fördervereins hat punktuelle Verbesserungsvorschläge für das aktuelle EEG. Nicht verwunderlich ist, dass der Verein dabei vor allem die Interessen von Solaranlagenbetreibern im Fokus hat. Dennoch verliert der Reformvorschlag des SFV auch eine dezentrale Energiewende nicht aus den Augen und fordert die Abschaffung von Ausnahmeregelung für stromintensive Unternehmen, einen nachhaltigeren Umgang mit nachwachsenden Rohstoffen und mehr Transparenz bezüglich der Stromrechnung.

Leider stand der Solarenergie-Förderverein nicht für ein Interview zur Verfügung, deshalb habe ich den Fragebogen anhand des Reformvorschlages eigenständig ausgefüllt.

 

Weitere Reformvorschläge, die bisher vorgestellt wurden von den Energiebloggern

4 Kommentare

  1. Mit dieser Aussage:

    6. „Förderung der Stromerzeugung aus nachwachsenden Rohstoffen beenden.“

    Hintergrund: Die Stromerzeugung durch Biomasse ist in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen. Der SFV sieht hierin eine bedenkliche Entwicklung, da in Biogasanlagen und Blockheizkraftwerken nachwachsende Rohstoffe verbraucht werden, die dadurch in der Nahrungs- und Futtermittelproduktion fehlen. Es gibt also eine Nutzflächenkonkurrenz zwischen Biomasse für Nahrung und Biomasse für Energie.

    haben Sie Ihre Möglichkeit hier sachlich und journalistisch zu arbeiten leider verwirkt.

    Gehen Sie erst einmal in die Grundschule bei der Agentur für Erneuerbare Energien!

  2. Sehr geehrter Herr Wegner,

    die von Ihnen zitierte Aussage und die damit verbundene Einstellung stammt nicht von uns. Unter „Hintergrund“ habe ich lediglich zusammengefasst, wie der SFV seinen Reformvorschlag begründet. Alles nachzulesen im Reformvorschlag des SFV.

    Die bezeichnet „Hintergrund“ ist vielleicht etwas irreführend, ich habe es geändert in „Begründung des SFV“.

  3. Pingback: Germany’s next Top EEG: Gesammelte Werke

  4. Pingback: Liste der Studien und Konzepte für Germanys next Top EEG - Energieblog energynet

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