Energiesparlampen

Die EU-Ökodesign-Richtlinie für Haushaltslampen

Passend zu unserer Leuchtmittel Aktion liefern wir jetzt wie versprochen die wichtigsten Informationen rund um die EU-Ökodesign-Richtlinie für Haushaltslampen, die am 1. September 2013 in die 5. Stufe getreten ist.

Was besagt die Richtlinie?

Die Ökodesign-Richtlinie 2009/125/EG ersetzt und erweitert die Richtlinie 2005/32/EG aus dem Jahr 2005 und besagt, dass alle Haushaltslampen umweltgerecht, das heißt energieeffizienter, gestaltet werden müssen. Da eine Richtlinie eben nur „die Richtung weist“, braucht es in der EU noch Verordnungen, welche die Richtlinien konkretisieren und bindend machen. Durchgesetzt wird die Richtlinie 2009/125/EG deshalb durch verschiedene Verordnungen, die genau festlegen, welche Anforderungen Leuchtmittel und andere energieverbrauchsrelevante Produkte ab wann erfüllen müssen. Seit dem Inkrafttreten der Verordnungen im Jahr 2009, wird jedes Jahr eine schärfere Qualitätsstufe eingeführt, jeweils zum 1. September des Jahres. So auch dieses Jahr.

Mittlerweile sind wir bei Stufe 5 angekommen. Jedes Jahr hat die EU im Rahmen der Verordnungen einen höheren Wirkungsgrad bei Leuchtmitteln durchgesetzt. Das heißt Lampen strahlen gleich hell, bei weniger verbrauchter Energie. So werden die erlaubten Watt, also der Energieverbrauch einer Glühbirne, jedes Jahr gesengt. Angezeigt wird dieser Wert in der sogenannten Energieeffizienzklasse, welche von A++ bis F reicht. Die Energieeffizienzklassen kennen wir schon von anderen Elektrogeräten, wie etwa Kühlschränken. Ab dem 1. September 2013 müssen nun auch alle Lampen mit dem Energieeffizienzklasse-Etikett versehen werden.

Was ist eine Haushaltslampe?

Unter Haushaltslampen versteht die EU-Richtlinie herkömmliche Glühlampen, LED-Lampen, Kompaktleuchtstofflampen und Halogenlampen. Somit meint Haushaltslampe nicht nur Lampen, die in einem typischen privaten Haushalt eingesetzt werden, sondern diese können auch gewerblich genutzt werden, etwa in einer Bäckerei oder einem Restaurant. Dennoch gilt die Ökodesign-Richtlinie nicht für alle Leuchtmittel. Ausnahmen bilden Speziallampen, beispielsweise Lampen für Verkehrssignalanlagen oder Lampen für den Industriegebrauch.

Wieso gibt es die Richtlinie?

Unter anderem mit Hilfe der Ökodesign-Richtlinie möchte die EU ihre Umweltschutzziele erreichen und so den Klimawandel verhindern. Energieeinsparung bei Leuchtmitteln ist deshalb so wichtig, da die Beleuchtung bis zu ⅕ des Stromverbrauchs ausmachen kann. Hinzu kommt, dass Lampen oft einen sehr unterschiedlichen Wirkungsgrad haben und dies für den Verbraucher bisher nicht nachvollziehbar war. Bei Leuchtmitteln gibt es also viel Potential Energie zu sparen. Effizienter gemacht werden können Lampen vor allem durch Änderungen am Design und an der Konstruktion des Produktes. Durch die Verwendung energieeffizienterer Lampen kann ein Haushalt seine Stromrechnung um 15% pro Jahr senken. Das sind im Schnitt 25 bis 50 Euro im Jahr. Das klingt erst einmal nicht  nach einem großen Schritt, doch die Masse macht es! Wenn jeder Haushalt in der EU in den nächsten Jahren durch Leuchtmittel rund 15% weniger Energie verbraucht, kann es zu einer jährlichen Einsparung von 40 Milliarden Kilowattstunden kommen. 40 Milliarden Kilowattstunden entsprechen dem Stromverbrauch von 11 Millionen Haushalten. In der Summe führt dies zu einer jährlichen Einsparung von bis zu 15 Millionen Tonnen CO2.

Welche Konsequenzen hat die Richtlinie für Haushalte?

Die Ökodesign-Richtlinie  hat in den letzten Jahren dafür gesorgt, dass bestimmte Lampentypen nicht mehr zu kaufen sind, allen voran die klassische Glühbirne. Der Wegfall der ineffizienten Glühbirnen wurde in den letzten Jahren jedoch gut kompensiert, durch viele neue Produktinnovationen. Somit mussten Verbraucher durch die Ökodesign-Richtlinie kein kleineres Angebot in Kauf nehmen. Des Weiteren finden Verbraucher nun bessere Produktinformationen auf den Leuchtmitteln, von der Energieeffizienzklasse, über die Lebensdauer bis hin zur Farbtemperatur. Eine für den Verbraucher wichtige Neuerung, die durch die Einführung von Energiesparlampen eingetreten ist, ist das Entsorgen ebendieser. Energiesparlampen enthalten Quecksilber und eine komplexe Elektronik, weshalb sie nicht in den Hausmüll geworfen werden dürfen. Man muss die Lampen entweder zu einer Sammelstelle für Elektromüll bringen, oder in ein Geschäft, welches Leuchtmittel verkauft. Diese sind jedoch nicht gesetzlich verpflichtet die Leuchtmittel anzunehmen.

Unter folgendem Link können sich Verbraucher informieren, wo die nächsten Sammelstellen für Energiesparlampen und LEDs sind.

Kritik an der Richtlinie

Die Abschaffung der klassischen Glühbirne wurde in der Öffentlichkeit viel kritisiert. Viele Verbraucher  haben sich vor der Abschaffung mit Vorräten eingedeckt und nutzen auch heute noch Umwege, beispielsweise über die Industrie, um an Glühbirnen zu kommen die nicht unter das Verbot fallen. Auch die Energiesparlampen selber stehen in der Kritik, denn diese kommen im Gegensatz zur Glühbirne nicht ohne Quecksilber aus. Quecksilber ist ein Nervengift, welches schon bei Zimmertemperatur giftige Dämpfe abgibt. Diese können eingeatmet zu schweren, teils chronischen Vergiftungen führen. Die zugelassene Menge an Quecksilber in Energiesparlampen liegt bei 2,5 Milligramm. Normalerweise kommt man bei einer Energiesparlampe damit nur in Kontakt, wenn die Lampe zerbricht. Obwohl die verwendete Menge Quecksilber zwar unbedenklich sein sollte, rät das Umweltbundesamt dazu den Raum im Falle eines Lampenbruchs sofort zu lüften und ihn für 15 Minuten zu verlassen. Diskutiert werden auch die Folgen des Quecksilbers für die Umwelt. Zum einen brauchen Energiesparlampen bei der Herstellung deutlich mehr Quecksilber als herkömmliche Glühbirnen. Zum anderen jedoch verbrauchen Glühbirnen viel mehr Strom und bei der Stromgewinnung durch Kohle wird ebenfalls viel Quecksilber in die Umwelt geleitet, durch eine Quecksilber-Beimischung, die beim Verbrennen in die Luft geblasen wird. In der Summe leitet also eine Glühbirne mehr Quecksilber die in Umwelt. Diese Rechnung geht jedoch nur so lange auf, so lange Kohle noch zu den Hauptenergielieferanten zählt.

 

Quellen

http://ce-engineering.de/news/ab-1-september-2013-neue-oekodesign-kennzeichnungsvorschriften-fuer-lampen-und-leuchten/

https://www.bdew.de/internet.nsf/id/DE_Neue_Broschuere_aus_der_Reihe_Daten_Fakten_Hintergruende_EU-Oekodesign-Richtlinie_EuP-Richtlinie/$file/708_BDEW-HEA_EU-%C3%96kodesign-Rl.pdf

http://ec.europa.eu/energy/lumen/doc/full_faq-de.pdf

http://ec.europa.eu/energy/lumen/overview/whatchanges/index_de.htm

http://www.sueddeutsche.de/wissen/gluehlampenverbot-vom-gluehenden-faden-zum-leuchtenden-chip-1.1455281-5

Ein Kommentar

  1. Pingback: Moderne Lichtquellen bereichern die Wohnatmosphäre

Kommentar schreiben

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

eMail-Benachrichtigung bei weiteren Kommentaren.
Auch möglich: Abo ohne Kommentar.