Lichtschalter ausschalten

Zahl der Stromabschaltungen in Deutschland steigt erschreckend an

Die Kosten für Heizung und Strom steigen stetig an und so ist es kaum noch verwunderlich, dass es inzwischen viele Haushalte gibt, die starke Probleme damit haben, ihre Strom- und Heizungskosten überhaupt noch zu bezahlen. Nun will sich jedoch „Die Linke“ einschalten und so für eine transparente Einsicht im Bereich der Energieversorgung sorgen.

Stromabschaltung könnte Millionen Haushalte betreffen

Bereits in 2011 wurden in den Bundesländern für 6 Mio. Haushalte eine Abschaltung bzw. Unterbrechung einer Energieversorgung angekündigt. Und bei über 1 Mio. war diese Energieabschaltung bereits fast durchgeführt. Tatsächlich abgeschaltet wurde der Strom in ca. 300.000 Haushalten davon alleine 8.000 in Hamburg (Quelle: www.guenstiger-strom.net). Haushalte, die von dieser Abschaltung betroffen waren, hatten somit kein warmes Wasser, keine Heizmöglichkeiten, sowie keinen Kühlschrank. Um nur einige Schwierigkeiten zu nennen, die mit einer Abschaltung einhergehen. Es kamen so sogar bereits Menschenleben in Gefahr. So sind in Saarbrücken 4 Kinder gestorben, durch einen Kerzenbrand und in Thüringen, Niedersachsen und Baden-Württemberg kam es ebenfalls zu Todesfällen. Und in Bochum erlitt eine Person schwere Verbrennungen, da sie einen Campingkocher verwendete, um warmes Essen zu kochen.

Eine Stromabschaltung ist nicht immer gerechtfertigt

Wer seine offenen Rechnungen beim Energielieferanten nicht direkt bezahlt, bei dem darf nicht sofort der Strom abgesperrt werden. Wenn sich dieser Rückstand auf mehr als 100 Euro beläuft, dann kann allerdings eine Energieunterbrechung in Frage kommen. Wenn eine Stromunterbrechung durchgeführt wird, dann kommt zusätzlich zur offenen Rechnung noch eine Pauschale hinzu. Meist liegt diese bei ungefähr 32 Euro. Das variiert jedoch nach Bundesland und Lieferant. So kann diese Pauschale auch ganz schnell 200 Euro betragen. Zusätzlich dazu darf eine Stromsperrung nicht ohne eine Vorankündigung durchgeführt werden. Bei der Unterbrechung des Stroms gibt es klare Auflagen:

• Die Abstellung muss mindestens 4 Wochen vorher bekannt gegeben werden.

• Wenn diese 4 Wochen verstrichen sind und keine Zahlung eingegangen ist, dann muss der Verbraucher an die Abstellung nochmal erinnert werden.

• Nach dieser Mitteilung gibt es noch eine Drei-Tages-Frist.

• Wenn dieser letzte Aufschub vorbei ist, dann kann die Stromabschaltung veranlasst werden.

Wenn der Betroffene allerdings einen Widerspruch zur Rechnungserstellung einlegt, dann darf auch keine Stromabstellung erfolgen. Zusätzlich dazu kann der Verbraucher erklären, dass er die noch offene Rechnung in Raten zurückzahlen möchte und das in einem bestimmten Zeitraum, dann darf eine Stromabschaltung ebenfalls nicht durchgeführt werden.

Der Energielieferant muss die Ratenzahlung demnach annehmen.
Zusätzlich dazu muss der Energieversorger die Verhältnisse im entsprechenden Haushalt nicht nur überprüfen, sondern auch berücksichtigen.

• Wenn sich im Haushalt pflegende Personen oder Babys befinden, dann müssen die Konsequenzen durch die Energieunterbrechung mit den jeweiligen Außenständen verglichen werden.

• Wenn die Schulden so nur geringfügig sind, dann fällt das unter die Unzumutbarkeitsklausel, und so darf eine Stromabschaltung nicht durchgeführt werden.

Verbot der Energieunterbrechung gefordert

Die Linke hat sich zu diesen Verhältnissen bereits geäußert. Denn besonders Geringverdiener und ältere Personen, sind mit den hohen Energiekosten nicht selten überfordert. Diese Menschen sind bereits durch die wirtschaftliche Armut so sehr eingeschränkt, so dass eine Stromabschaltung noch die letzte Würde nehmen würde. Daher fordert die Linke kostenfreie Prepaid-Zähler. So können Haushalte mit einem kleinen finanziellen Rahmen ihre Energie individuell nutzen und verbrauchen. Zusätzlich dazu sollen die Stromtarife der kostenfreien Prepaid-Zähler an die wirtschaftlichen Verhältnisse angepasst werden, so dass finanzschwache Haushalte nicht mehr so stark durch die Strompreiserhöhungen belastet werden.

Vorteile eines Prepaid-Zählers

Auch die Verbraucherzentralen der Energielieferanten sind für die Einführung von Prepaid-Zählern. Die Zähler eignen sich besonders für Haushalte, bei denen Energieschulden entstehen können. Zusätzlich dazu ermöglicht ein Prepaid-Zähler ebenfalls eine frei Wahl des Energielieferanten. So kann dank eines Strompreisvergleichs immer nach dem günstigsten Anbieter gesucht werden und so wird dann noch zusätzlich Geld eingespart. Die Funktionsweise eines Prepaid-Zählers ist vergleichbar mit einem Prepaid-Handy. So könnte das bei den Zählern so aussehen, dass sie an bestimmten Stellen beispielsweise an Tankstellen mittels Banküberweisung aufgeladen werden können. So kann der Verbraucher, den Zähler je nach seiner finanziellen Situation aufladen. Wenn das Guthaben dann aufgebraucht wurde, muss wieder aufgeladen werden. Und ganz am Ende greift natürlich immer noch, einfach zu Hause Strom zu sparen.

3 Kommentare

  1. Die Konsumenten werden sparsamer mit der Energie umgehen, was eigentlich aus umwelttechnischen Gründen von
    Vorteil ist. Aber im Dunkeln ganz auf das Licht zu verzichten – das macht kaum ein Mensch, wie es der Text vielleicht rüberbringt.

  2. Ist es richtig das man wenn stromunterbrechung eingetroffen ist das man nicht mehr in raten zahlen kann??? Bin ja bereit zu zahlen kann aber nur raten zahlung

  3. Liebe Daniela Reimers, da können wir leider auch keine genauen Auskünfte zu geben. Aber bei solchen Fragen kann dir sicherlich die Verbraucherzentrale weiterhelfen oder direkt dein Stromanbieter. Viel Erfolg!

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