Grünspar Blog

News-Überblick KW 34

30. August 2010, geschrieben von Grünspar | 4 Kommentare »

Hausbesitzer erhalten endlich Förderbescheide
Eine gute Nachricht für alle Hausbesitzer, die ihre Heizung auf erneuerbare Energien umgestellt haben und zu diesem Zweck eine Förderung bei dem Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) beantragt haben. Das Programm war wegen einer monatelangen Haushaltssperre ausgesetzt worden; seit letzter Woche werden die entsprechenden Förderbescheide nun endlich verschickt.

Faszination sauberes Fliegen
Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) und die Firma Lange Research Aircraft GmbH entwickeln mit der Antares H3 einen leistungsstarken Nachfolger des weltweit ersten mit Brennstoffzellen betriebenen Flugzeugs Antares DLR-H2. Die neue Antares H3 soll seinen Vorgänger in Flugdauer und Reichweite deutlich übertreffen. Das Projekt startete im August, der Erstflug ist für das Jahr 2011 geplant.

Öl wird schneller zersetzt als erwartet
Im Golf von Mexiko zersetzen zahlreiche Arten von Tiefseebakterien das bei der Ölkatastrophe ausgeströmte Öl offenbar deutlich schneller als erwartet. Das ergaben die Wasserproben eines US-Forscherteam um Terry Hazen von der Universität Berkeley. Es handele sich hierbei um eine neue Bakterienart, die so genannten Proteobakterien.


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4 Kommentare zu „News-Überblick KW 34“

  1. Ralf sagt:

    Zum Thema “Öl wird schneller zersetzt als erwartet”:

    http://www.tagesschau.de/ausland/oelkatastrophe150.html
    Am 26.08. hatte ich dazu diese Meldung von Tagesschau.de gelesen, nach der es Zweifel an der Objektivität der Untersuchung gibt, da sie vom Ölpestverursacher BP mitfinanziert wurde. Allerdings wurden dort der Meereswissenschaftler Terry Hazen und die Universität Berkeley als “renommiert” bezeichnet, und die veröffentlichende Fachzeitung “Science” ist es sicherlich auch.
    Da erscheint es mir eher schwer vorstellbar, daß diese Institutionen sich angreifbar machen würden, ihre Ergebnisse seien von BP “gekauft” worden. Erst recht, wenn man weiß, daß in den USA Forschung OHNE Aufträge und Geld aus der Industrie kaum funktionieren würde … dann müsste man deren Seriosität grundsätzlich abstreiten!

    Die Bakterienarten sollte man wohl besser “neu entdeckt” anstelle von “neu” nennen, denn der Tagesschau-Artikel legt den Schluß nahe, daß sie schon seit Ewigkeiten im Golf von Mexiko existieren. Zitat:
    “Da der Meeresboden dort sehr porös ist, diffundiert dort seit Millionen Jahren Öl ins Meerwasser, schreiben die Wissenschaftler. Pro Jahr sickert umgerechnet der Inhalt eines Supertankers von der Größenordnung der vor 20 Jahren verunglückten Exxon-Valdez in den Golf von Mexiko, so Meeresforscher Hazen im US-Radiosender NPR. Die Folge: eine unglaubliche Konzentration von Gammaproteobakterien, die geradezu gierig seien auf Kohlenstoff und damit auf Öl.”
    Wobei der Vergleich mit der Exxon-Valdez insofern schwammig ist, als damals in Alaska nur ein kleiner Teil der Tanker-Ladung ausgelaufen ist (lt. Wikipedia 37.000 t von gesamt 210.000 t Fassungsvermögen) …

    Also Glück im Unglück, daß diese Katastrophe im Golf von Mexiko passierte, und nicht in der Nordsee oder vor Grönland oder Alaska!

  2. Ralf sagt:

    Zum Thema “Faszination sauberes Fliegen”:

    Flugzeugantriebe mit Brennstoffzellen statt mit Kerosin wären sicherlich eine große Verbesserung hinsichtlich der klimaschädlichen Auswirkungen, siehe:
    http://de.wikipedia.org/wiki/Kondensstreifen
    Bei der Verbrennung von Treibstoff in Flugzeugtriebwerken entstehen im Wesentlichen Kohlendioxid, Wasserdampf, Stickoxide und vor allem bei kerosinbetriebenen Triebwerken auch Ruß. Der Wasserdampf kondensiert an den Rußteilchen und sonstigen Partikeln (Aerosolen), die daraus entstehenden Eiskristalle bilden die Kondensstreifen.
    Bei Brennstoffzellen gibt es statt der Verbrennung des Kerosins mit atmosphärischem Sauerstoff eine direkte Reaktion der mitgeführten Wasserstoff- und Sauerstoffvorräte zu Wasser. Kohlendioxid, Stickoxide und Ruß entfallen also, wenn die Brennstoffe zuvor CO2-neutral erzeugt wurden wie bei diesem Projekt. Aber das bei der Reaktion entstehende Wasser müsste eigentlich aufgefangen und zum Erdboden zurückgebracht werden – sonst gibt es trotzdem Kondensstreifen! Dies würde jedoch wegen des Gewichts die Effizienz eines Brennstoffzellen-Flugzeugs wortwörtlich “schwer” belasten …
    Wirklich sauber wäre wohl nur das Solarflugzeug “Solar Impulse”, das hier auch schon vorgestellt wurde.

  3. admin sagt:

    Hallo Ralf,

    vielen Dank für die wieder einmal sehr lehrreichen Kommentare!

    Zum Thema “Öl wird schneller zersetzt als erwartet”: Sicher müsste es besser “neu entdeckt” heißen. Dieser Punkt beschreibt übrigens sehr anschaulich das Prinzip der Natur: auf einmal übernehmen Lebewesen die bisher noch gar nicht bekannt waren oder zumindest deren “Nutzen” bisher noch nicht bekannt war, eine wichtige Aufgabe wenn sich die Umweltbedingungen ändern. Hier zeigt sich sehr anschaulich wie wichtig das Thema Biodiversität für die Erde und somit auch für uns Menschen ist.

  4. Ralf sagt:

    http://www.tagesschau.de/ausland/oelplattform128.html
    … und schon explodiert heute die nächste Ölplattform im Golf von Mexiko – da kann man eigentlich nur noch mit Zynismus reagieren:

    Wenigstens gibt es jetzt kein Massensterben der ölfressenden Bakterien, die sich gerade erst nach der vorigen Katastrophe explosionsartig vermehrt hatten!

    Oder handelt es sich um einen Sabotageakt von Umweltschützern, um der Offshore-Ölindustrie den Todesstoß zu versetzen? Oder gar um eine Verschwörung, die die Obama-Regierung destabilisieren will? Ein Terroranschlag?

    Der “moderne” Mensch hat sich mit all seiner Technologie-Gläubigkeit viel zu verletzlich gemacht, da ihm offenbar bei ihrer Nutzung jegliche Moral, Weit- und Rücksicht abhanden gekommen ist …

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